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Information mit Inhaltsschwerpunkt für Kinder/Jugendliche
Winkelsehfehler
Es ist in der Literatur oft beschrieben, dass
der korrekte Ausgleich eines Winkelsehfehlers LRS und AD(H)S - Therapien sehr
positiv unterstützen kann.
Leider gibt es in der medizinischen Welt sehr viel unterschiedliche Meinungen, was ein Winkelsehfehler
ist, wie man ihn definiert, findet und korrigiert. Entsprechend gibt es seitens der Augenärzte sehr wenig Unterstützung bei der Bitte um eine entsprechende Diagnose.
Die Lehrmeinung fast aller Augenärzte: Das gibt es nicht - Da ist nix dran - Das ist gefährlich.
Lassen Sie es uns erklären:
Zu "Das gibt es nicht - Da ist nix dran"
Im ICD 10 (Weltweit gültige Dokumentation aller bekannter Krankheiten und deren Therapien) ist der Winkelsehfehler tatsächlich nicht aufgeführt. Aber ein Winkelsehfehler ist eben auch keine Krankheit sondern einfach Ausdruck mangelnder Koordination des Augenpaars.
Ein Winkelsehfehler besteht, wenn das Augenpaar gegenseitig winzig
kleine abweichende Koordinaten für „geradeaus“ erlernt
hat. So entstehen neurale
Doppelbilder, die die Muskulatur des Augenpaars
nur ausgleichen kann, wenn das betroffene Kind eine gute Figur - Grund - Wahrnehmung besitzt und auch in der Lage ist, seine Muskulatur feinmotorisch anzusprechen.
Kinder, die ihre visuelle Wahrnehmung nicht in Frage stellen ("passt schon...") oder grob- feinmotorische Entwicklungsverzögerungen haben, werden hier in ihrer visuellen Entwicklung extrem behindert. Das macht sich sehr oft mit einer auffälligen Auge - Hand- Koordination und verzögertem Erwerb der Lese - Rechtschreib- und/oder Rechenkopmpetenz bemerkbar.
Es gibt eine sehr gute anerkannte Methode, diesen Sehfehler wirklich eindeutig
zu lokalisieren. Sie nennt sich MKH.
Andere Methoden wie Maddox oder Schober messen Heterophorien (Muskelungleich-gewichte),
nicht eine mögliche neurale Abweichung.
Leider wird auch in neuester Literatur je nach
Ideologie des Arztes oder Optikers diese äußerst wichtige Differenzierung
nicht getroffen und viele Kinder, die explizit auf Winkelsehfehler getestet
werden sollen, werden nur auf Muskelungleichgewicht geprüft.
(Oft ausgesprochenes Zitat... „das
ist das Gleiche“)
Es ist nicht das Gleiche. Heterophorien kann das Gehirn
bewusst durch Steuerung der Muskulatur ausgleichen, neurale
Doppelbilder nicht. Diese muss das Gehirn mit viel höherem Aufwand
retuschieren.
Zu "Das ist Gefährlich"
Augenärztlich wird die MKH/ Prismenbrille fast immer abgelehnt,
Kinder mit Neigung zum Schielen ebenfalls versorgt werden
(in ca. 3% aller Fälle). Mit dem Risiko, dass sich das Schielen verstärkt und später operativ korrigiert werden muß.
In der Tat sollten Kinder mit latenten Schielfehlern keinesfalls Prismenbrillen tragen. Doch sollen deshalb die restlichen 97% der Kinder - die augenärztlich "gesund" sind, die Chance verwehrt werden, leichter zu sehen - lesen - schreiben ?
Einen ruinierten Ruf zu rehabilitieren ist mühsam und nur durch stetigen
Erfolg zu erreichen.
Um diesen Erfolg zu messen, geben wir eine
Rücknahmegarantie, die bisher bei jeder zehnten Brille eingelöst
wird. Alle anderen Brillen werden getragen !!
Wir werten das als großen Erfolg, da Kinder nur ihre Brille freiwillig
tragen, wenn sie effektiv von ihr profitieren.
Bei Nachkontrollen erfahren wir, dass die Kinder innerhalb weniger Wochen
schöner und schneller schreiben
keine Kopfschmerzen mehr haben
besser und lieber lesen
etc.
Störungen im Vergenzsystem des Augenpaars
Ein normales Vergenzsystem stellt das
Augenpaar schon auf die Vorstellung eines im Raum befindlichen Objekts
scharf ein. Bei gestörten Vergenzsystemen müssen sich die Augen
immer wieder neu ausrichten und koordinieren.
Das kostet viel Zeit und Energie, die betroffenen Kindern im Vergleich
zu besser sehenden fehlt. Hier können wir mit speziellem Augentraining
die visuelle Leistung des Augenpaars deutlich verbessern.
Warum sagt das Kind nicht: „Ich sehe doppelt“ ?????
Doppelbilder durch Winkelsehfehler oder Vergenzstörungen begleiten
das Kind seit seiner visuellen Ausbildung (3 Monate bis 7 Jahre).
Es findet diese Doppelbilder völlig „normal“ und wird
die Frage „siehst du doppelt“ immer verneinen, weil betroffene
Kinder diese Frage nicht verstehen.
Einige betroffene Kinder sprechen von tanzenden, hüpfenden Buchstaben.
Von Schatten, die da sind, aber auch wieder verschwinden.
Treffender kann man neurale Doppelbilder nicht
beschreiben. Nur das verstehen die Erwachsenen nicht.
Viele Erwachsene vergessen, dass Kinder erst in der präpubertären
Phase beginnen, die Welt so zu sehen wie wir Erwachsene.
Selbst erwachsene „Legastheniker“ (Eltern unserer kleinen
Kunden) mit jetzt korrigierter Winkelfehlsichtigkeit begreifen nicht,
wie sie jahrzehntelang ihr Sehen für normal halten konnten.
Selbstversuch:
Wir versetzen Sie in die Lage eines „ABC -Schützen“,
indem wir Ihnen ein neues ABC beibringen.
Hier ist es:
Bitte entschlüsseln Sie:

Nach 5 Symbolen war das eigentlich ganz leicht.
Oder?
Dann simulieren wir jetzt ein Doppelbild. Entstanden
durch einen Winkelsehfehler oder weil sich die Sehachsen nicht koordinieren
können:
Bitte entschlüsseln Sie:

Anstrengend, oder? Doppelt und sinnfrei.
Bei einigen Kindern ist das Doppelbild statisch, bei anderen in Bewegung.
Bei den nächsten sieht mal das rechte Auge, dann das Linke im 100ms-Takt.
Wie soll man da mit Schönschrift auf einer Linie schreiben ?
Die auditive Wahrnehmung
Das Zeitauflösungsvermögen (Ordnungsschwelle) eines Ohres ist
eine individuelle Größe und kann erst seit kurzer Zeit normiert
gemessen werden.
Ein „normales“ Ohr kann 2 Schallereignisse, die 50-100 ms
auseinanderliegen getrennt wahrnehmen. Viele Kinder mit LRS/AD(H)S haben
Ergebnisse um 150 - 250 ms.
Das bedeutet, dass sie doppelt so lange brauchen, um auditive Informationen
zu verarbeiten wie Kinder aus einer entsprechenden Vergleichsgruppe.
Da es sich im Normfall um ein Lerndefizit des Ohres handelt, kann man
den Lernerfolg mit entsprechenden Mitteln innerhalb von ca. 6 Monaten
nachholen.
Zentrale Verarbeitung
Gutes Sehen und Hören alleine nützen nicht, wenn die linke Hirnhälfte
(für Analytik, Texterkennung, Decodierung) und die rechte (Bild-
und Wortspeicher) nicht miteinander kommunizieren. Wir prüfen diesen
Informationsfluss mit verschiedenen Methoden und geben Ihnen je nach Ergebnis
Ratschläge, welche möglichen Therapien (Logopädie, Ergotherapie,
Motopädie, Kinesiologie etc) oder Arztbesuche (Neurologe, Augen-/HNO-Arzt)
Ihrem Kind weiterhelfen könnten.
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